Fly Fishing on the Faroe Islands
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Fly Fishing with Mauritia

Fliegenfischen auf den Färöer Inseln
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Und nur ein passionierter Fischer weiß, was das bedeutet: Einklang zwischen Tier und Natur, Kommunikation zwischen Mensch und Land, Verständnis von Kultur und Historie.

Vor über 20 Jahren sind die Färöer die zweite Heimat von Mauritia geworden, seither gilt sie als Pionierin des respektvollen Angeltourismus vor Ort und als erster Ansprechpartner für interessierte Reisende.
Presse und Medienvertreter steht sie als kompetenter Begleiter zur Seite.

Artikel erschienen im Magazin "Fliegenfischen" Spezial.
Verfasst von Mauritia Kirchner

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Eine ganz ausführliche Beschreibung der Angelmöglichkeiten auf den Färöer Inseln bekommen Sie durch den

Reiseführer für Sportfischer

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Beschreibung und Bezugsadressen finden Sie auf dieser Seite.

„Ich hoffe, es stört Sie nicht, wenn Sie keine anderen Angler treffen …“
das Panorama ist auf den Färöer Inseln ebenso traumhaft wie die Aussicht, eine traumhafte Fischerei zu erleben!


Als welterfahrener Fliegenfischer sucht man ab und zu nach neuen Ufern. Man muss gar nicht weit in die Ferne schweifen, um ein bisher vom Massentourismus unentdecktes Juwel zu entdecken: die Färöer Inseln!

Wilde Bachforellen in guten Größen, dazu Meerforellen, Lachse und ab und zu ein Saibling - fünf der 18 Färöer-Inseln sind ein Paradies für Fliegenfischer.

“Färöer? Ja, habe ich schon von gehört. Fußball, Walfang. Und, die Inseln gehören doch zu Dänemark. Oder nicht?” Aber da stoßen die meisten schon an die Grenzen des Allgemeinwissens.

Nun, die Färöer Inseln bestehen aus einer Gruppe von 18 Inseln, die auf dem 62. Breitengrad zwischen Island und Schottland liegen. Sie sind autonom und stehen lediglich unter dem Protektorat Dänemarks. Die rund 48.000 Färinger wählen ihre eigene Regierung, sprechen ihre eigene Sprache, eine Weiterentwicklung der Sprache der Wikinger, und drucken ihre eigene Währung. Nur die Münzen kommen aus Dänemark. Die Färinger haben eine vollkommen eigene Identität, sie sind ein Volk, das unmittelbar mit dem Meer und dessen Ressourcen verflochten ist: auch heute noch kommt das Bruttoinlandsprodukt zu 97 Prozent von Fisch!

Das erstaunt, denn die Färöer Inseln sind als “Schafinseln” bekannt. Ein treffender Name wäre eher “Fischinseln”.

Schafinseln deshalb, weil man überall auf freilaufende Schafe trifft. Sogar in den Städten und Dörfern, auf den mit Gras bedeckten Hausdächern und, wenn man nicht aufpasst, am eigenen Blumentopf…

Die Färöer, der Fisch und die Freiheit

Die Besiedlung der Inseln hing von Anbeginn an unmittelbar von den Gaben des Meeres ab, zum großen Teil auch von Grindwalfang. Während Schaffleisch nur selten auf den Tisch kam, stand Fisch fünfmal die Woche auf dem Speiseplan. Und auch heute noch zu Zeiten von Burger und Supermarkt-Ketten sieht man überall an den Häusern in alter Tradition Fisch und Walfleisch zum Trocknen aufgehängt, wie bei uns die Wäsche an der Leine.

Wir als Fliegenfischer und Angler profitieren von den geographischen und kulturellen Gegebenheiten der “Fischinseln” in vielerlei Hinsicht. Als Angler sind Sie auf den Färöer ein gern gesehener Gast! Man ist stolz darauf, wenn sich Touristen für die Fischerei interessieren und sogar deswegen ins Land reisen. Man gibt Tipps und Stellungshilfen und würde nie auf den Gedanken kommen, Gästen das “Kulturgut Fisch” zu verweigern.

Sie brauchen auf den Färöer keine Angelkarte kaufen und im allgemeinen keine Schonzeiten zu beachten! Lediglich für zwei große Seen, in denen ab Juli die ersten Lachse eintreffen, müssen Sie eine Tages-, Wochen- oder Jahreskarte lösen. Es ist wirklich unglaublich, wie tolerant der Färinger uns gegenüber ist! Damit dies so bleibt, sollte sich wirklich jeder Besucher so verantwortungsbewusst verhalten, dass dieses Privileg nicht in Frage gestellt wird.

Dieses Inselarchipel ist ein Paradies

Noch “verirren” sich nur wenige Sportangler auf die Färöer Inseln, meist sind es vereinzelt Dänen, die etwas mehr Einblick in die Wunder der Inseln gewonnen haben.

Die Färöer Inseln sind kein Land für “Fleischangler”. Sie sind ein Land der tief bewegenden Erlebnisse zwischen den Menschen auf der einen Seite und der Natur auf der anderen Seite.

Stellen Sie sich nun vor Ihrem geistigen Auge 18 von grünem Gras überzogene Inseln vor, alle paar hundert Meter majestätische Wasserfälle, die sich ins Meer ergießen, unzählige kristallklare Bergseen in allen möglichen Größen, in den sandigen Meeresbuchten Meerforellen, die in Gruppen von hunderten von Fischen nach Beute jagen, wilde Bachforellen, die an warmen Tagen aus den Krautarealen unter Wasser kommen und am Ufer hingebungsvoll und ohne Scheu Fliegen einschlürfen. Das Meer, das von keinem Punk an Land weiter als 5 Kilometer entfernt ist, dicht bepackt mit Kabeljau, Heilbutt, Heringshai und Plattfischen in rekordverdächtigen Größen, dazwischen ankommende Atlantische Lachse, die auf ihren Aufstieg waren… Das sind die Färöer!

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings. Auf den Färöer fischt man nicht in Flüssen. Aufgrund der geographischen Beschaffenheit der Färöer fällt das Land meist in einer mehr oder weniger starken Neigung direkt bis ins Meer. Es gibt kaum weite, ebene Landstriche und folglich fließt der Niederschlag sehr schnell ins Meer ab. Flussbetten oder Bäche schwellen für ein paar Stunden an und werden genauso schnell auch wieder steinige und sehr flache Rinnsale.

Allerdings weiß der smarte Fliegenfischer diesen Umstand geschickt zu nutzen und hält sich bei starken Regenfällen in den Mündungen des Süßwassers auf, die ins Meer führen. Und auch frische, kampfstarke und der Fliege aufgeschlossene Lachse können so zeitgleich nach dem Aufstieg befischt werden…

Die besten Inseln für Fliegenfischer:

Von den 18 Inseln der Färöer sollten Sie sich als Fliegenfischer ausschließlich auf diese fünf konzentrieren:

1. Streymoy - Die Vielseitige

Auf ihr spielt sich das Hauptgeschäft ab. Hier wohnen die meisten Färinger, hier liegt die Hauptstadt Tórshavn und wahrscheinlich wird hier auch am meisten gefischt.

Streymoy offenbart unendliche viele Möglichkeiten zum Hochseeangeln, Angeln an spektakulären Bergseen und in den beiden Lachsseen Leynavatn und Saksunarvatn. 2013 wurden hier ein Lachs von 14 kg und eine Meerforelle von über 14 Pfund gefangen. Nur an diesen beiden Seen treffen Sie auch auf andere Angler. Der hiesige Angelsportverein zählt um die 300 Mitglieder und die beiden Lachsseen sind des färingischen Anglers liebstes Kind. Es ist eine wirklich schöne Erfahrung in geselliger Runde hier Salmo salar nachzujagen - humorvolle Gespräche inklusive. Und Sie werden überrascht sein, welch gute Fliegenfischer dieses Land hervorgebracht hat! Leider haben die Jahre 2012 und 2013 starke Einbrüche an Fangzahlen zu verzeichnen gehabt. Man bringt dies in Zusammenhang mit der Verschiebung der Makrelenschwärme in den Norden und damit verbundene kommerzielle Fischerei, denn nicht allzu wenige der wilden Lachse sollen dabei als Beifang in den Netzen der Flotten zwischen Island und Norwegen landen. Inzwischen hat man herausgefunden, dass Lachse, die sich in den Wintermonaten um Grönland aufhalten, weniger dezimiert zurückkehren. Nun will man auf den Färöer in den nächsten Jahren bei der Aufzucht dieses Wissen nutzen und ist überzeugt, dass sich die Bestände erholen werden.

In allen Meeresbuchten mit Sandböden oder Sandstränden können Sie auf den Färöer ganz hervorragend auf Meerforelle fischen. Versuchen Sie es auf Streymoy in Kaldbaksbotnur, Leynar oder dem landschaftlich spektakulären Saksun. Wählen Sie idealerweise eine Stelle, an der der Wind ablandig weht - die Inseln machen es Ihnen hier nicht schwer. Dazu vielleicht noch etwas Regen, die Zuläufe voller Wasser eine Tangläufer-Imitation am Vorfach und schon haben Sie bei jedem geschickten Wurf Kontakt mit einer Meerforelle! Und wenn Sie das Gefühl haben, von den Eindrücken der gewaltigen Landschaft auf Ihren Bergtouren an verwunschenen Seen oder von der Freude über die kapitalen Lachse “erschlagen” zu werden, so dürfen Sie Ihre Haken wetzen und Köderfische aufmontieren:
Auf geht’s zur Großfischjagt!
Ab dem Ort Vestmanna fährt der Skipper Magni Blastein mit seiner “Blástein” hinaus auf den Sund, wo der Mann noch zeigen kann, was er drauf hat. Denn so ein 100-Kilo-Heringshai ist nicht mal eben so ins Boot zu leiern…


2. Eysturoy - Die Majestätische

Majestätisch deshalb, weil man meint sie sei nur von gewaltigen Bergen überzogen. Und es ist auch tatsächlich so. Dazwischen, man ahnt es schon: kristallklare Loughs mit natürlichen Beständen an wilden Bachforellen. Will man ihnen nachstellen, sollte man schon ein bisschen Gespür für den richtigen Zeitpunkt mitbringen. Die Temperaturen sollten nicht unter 11 Grad liegen und das geübte Auge darf ruhig erst einmal innehalten und das Wasser auf Aktivität beobachten.

Gerne wird von den Färöer Bachforellen eine Bibio angenommen und dies oft unmittelbar beim ersten Wurf. Also seien sie konzentriert und verhalten bei Ihrer Pirsch. Der große Eiđi Stausee war einst ein romantisch gelegener Bergsee. Im Rahmen der Wasserkraft-Gewinnung, über die die Färöer mittlerweile 35 Prozent des Energiebedarfs decken, hat man den See angestaut. In ihm tummeln sich nun richtig große Bachforellen mit einer Durchschnittsgröße von 40 cm. Aber es ist nicht immer so, dass nur die großen Seen die großen Fische beherbergen. Vielmehr ist es so, dass eher die schwer zugänglichen Seen die Kapitalen beherbergen. So fischte ein ortskundiger Färinger aus einem ganz kleinen See hoch oben in den Bergen eine 75 cm lange und 4 kg schwere Bachforelle heraus. Nachmachen lohnt sich.

3. Vágar - Die Unscheinbare

Eigentlich ist sie gar nicht unscheinbar, aber man ist schon versucht, sie nur als Durchgangsstation auf dem Weg vom Flughafen Richtung Tórshavn, der Hauptstadt, zu durchqueren. Allerdings befinden sich auf Vágar die beiden größten Seen der Färöer. Der Leitisvatn und der Fjallavatn. An beiden kann man sehr gut auf Bachforelle fischen, am Leitisvatn sogar vom Boot aus, was auf den Färöer eine absolute Ausnahme ist.

4. Sandoy - Die Liebliche

Diese, wie auch die südlichste Insel Suđuroy, ist nur per Fähre zu erreichen. Die anderen drei Inseln sind bequemt über eine Brücke oder unterirdische Tunnel miteinander verbunden. Sandoy ist flacher als die anderen Inseln und unbedingt einen Besucht wert. Räumen Sie ihr einen ganzen Tag ein und er wird Ihnen kaum genügen. Mitten auf Sandoy liegt der relativ flache Sandsvatn. Er ist im Schnitt nur 5 Meter tief. Doch da er als einer der wenigen Seen auf den Färöer über eine direkte flache Verbindung zum Meer verfügt (die meisten Seen ergießen sich über Wasserfälle zur Küste hin) haben Sie das große Vergnügen, in ihm auf Lachs, Meer- und Bachforelle zu treffen - und das alles, ohne eine Karte kaufen zu müssen. Mehr noch: An seinem Abfluss ins Meer liegt der legendäre Strand von Sand mit seinen rekordverdächtigten Meerforellen und Brandungsangeln vom Feinsten. Sie dürfen nur nicht empfindlich gegenüber akuter Einsamkeit sein, denn meist werden Sie dort alleine fischen. Haben Sie noch etwas Zeit, so suchen Sie noch die beiden Seen Stóravatn und Litlavatn mit ihren prächtigen Bachforellen und dem Versprechen auf Wiedersehen auf!

5. Suđuroy - Die Wilde

Auf den Färöer sagt man, dass eine Beerdigung auf Suđuroy im Süden fröhlicher gefeiert wird, als eine Hochzeit auf der Insel Borđoy im Norden. Und tatsächlich ticken die Uhren etwas anders auf Suđuroy. Die Menschen sind etwas dunkelhaariger - ob das von den Sarazen-Überfällen kommt? Und noch bis ins 19. Jahrhundert hielten die Männer die Tradition fest, sich wie ihre Vorfahren, die Wikinger, zu kleiden. Mit geflochtenen Zöpfen und Leder umwickelten Füßen. Suđuroy ist in den Köpfen der färingischen Angler in erster Linie die Insel zum Fischen auf Meerforellen. Es gibt auf ihr mehrere Buchten mit Sandstränden und perfekten Bedingungen für die Jagt auf die silbernen Schätze. Wenn Sie dazu noch in der Lage sind, den hoch oben gelegenen Vatndalsvatn zu besuchen, wird dies für Sie mit großer Wahrscheinlichkeit ein Angeltrip, dessen Bilder Sie Ihr Leben lang nicht vergessen - im besten Sinne.
Eine Angeltour nach Suđuroy ist an einem Tag nicht umzusetzen. Dafür sollte man mindestens drei Tage einplanen. Sie werden es nicht bereuen!

Artikel erschienen in gekürzter Form im Fliegenfischer Magazin "Fisch & Fliege".
Verfasst von Mauritia Kirchner

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„Wir haben nichts anderes als Fisch“

Jogvan ist ein typischer Färinger. Leicht torkelnd steht er vor mir, denn der Genuss von Bier und Schnaps zeigt Wirkung. Doch wenn er über seine Heimat spricht, redet er mit fester Stimme. Ich sitze im Glitnir, einer Hafenkneipe in Torshavn, der Hauptstadt der Färöer Inseln. Es ist ein Platz, der nachdenklich stimmt. In den wettergegerbten Gesichtern des Stammklientels hat der elementare Kampf zwischen Mensch und Meer seine Spuren hinterlassen. Nahezu jeder weiß etwas über einen Freund zu berichten, der bei „stürmischem, sehr stürmischem Wetter“ über Bord ging. Angesichts solcher Tragödien ist der Alkohol nicht weit – wie bei Jogvan, der nun schwankend und mit entschuldigender Haltung darauf wartet, dass ich etwas entgegne. Erst vor kurzem hat das Magazin NATIONAL GEOGRAPHIC die letzten Paradiese dieser Welt bewertet. Die Färöer haben den ersten Platz belegt. Jeder mag hier finden, was er will, eines sind die Färöer definitiv: ein Paradies für Angler.

Stichwort: Seen

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln von unterschiedlicher Größe und liegen im Nordatlantik, genauer gesagt zwischen Schottland und Island, inmitten einem der fischreichsten Gewässer der Welt. Auf dem Archipel, das die Färöer bilden, ist kein Punkt weiter als 5 km vom Meer entfernt. Das Angeln beschränkt sich auf den Färöer hauptsächlich auf die Inseln Streymoy, Sandoy und Eysturoy. Weniger aufgesucht werden die Seen auf Vagar, die Buchten von Suduroy und so gut wie gar nicht die im Norden gelegenen Inseln. Zugegeben: Leider angelt man auf den Färöer auf Lachs und Bachforelle fast ausschließlich in Seen. Durch das enorme Gefälle der färingischen Landschaft, bei dem sich Berggipfel von bis zu 880 Meter in wenigen hundert Meter auf Meeresniveau stürzen, sind Flüsse eigentlich nur Regenwasserläufe, wenngleich ungleich pittoreske. Es gibt allerdings Ausnahmen. Vor allem aber es gibt es eine Vielzahl an Vorzügen, die „Seeskeptiker“ davon überzeugen, dass die Färöer ihren Rang auf der Paradies-Hitliste verdienen. Oder anders gesagt: Die vier Attribute, die Angeln auf den Färöer Inseln einzigartig machen sind Artenreinheit, Freiheit, Aufmerksamkeit und der mystische Zauber des Nordens.

Artenreinheit

Es gibt auf den Färöer kaum einen Tag an dem zur Lachssaison kein Fisch gefangen wird. Einen Lachs zu fangen kann etwas Alltägliches sein und Zahlen von bis zu 20 Fischen sind keine Seltenheit. Natürlich werden nicht immer Superlative erreicht, meist sind es Fische mittlerer Größe, doch kann ein Lachs bisweilen schon auf ein Gewicht von bis zu 10 kg kommen. Das Fischen auf Meerforellen steht dem Lachsangeln jedoch an Attraktivität in nichts nach. Sehenswert und für Meerforellenliebhaber ein Muss ist das südlich gelegene Suduroy. Dort kann man davon ausgehen, der einzige Angler an den entlegenen Sandbuchten zu sein. Tatsächlich verfügen die Färöer über unerschöpfliche Vorkommen an Meerforellen. Sie sammeln sich in allen Buchten rund um das Archipel, wo sie sich zusammen mit Hunderttausenden von Plattfischen über den sandigen Meeresböden in erster Linie von Sandaalen ernähren und auch teilweise mit den Lachsen in die Seen aufsteigen. Überhaupt nehmen die Färöer eine Sonderstellung ein, was die natürliche Reinheit und Artenvielfalt angeht. Man muss sich nur einmal vor Augen halten, dass man hier in zwei Seen noch kleine Vertreter des genetisch reinen Arctic Char antrifft, und auch die Spezies der färingischen Bachforelle in dieser genetischen Unverfälschtheit sonst nur noch in den Gewässern der Insel Isle of Skye existiert. So kann der Angler je nach Bedingungen und Gusto wechseln zwischen Fliegenfischen auf Lachs, auf Meerforelle oder Bachforelle und, da alle Gewässer nur wenige Autominuten voneinander entfernt liegen, je nach Windrichtung und Regenmenge der Tage zuvor sein individuelles Gebiet für den jeweiligen Angeltag abstecken.

Am Saksunarvatn angele ich am liebsten auf Lachs. Der See liegt ca. 45 Minuten außerhalb von Torshavn und rahmt den verträumten Weiler Saksun ein. Die Lage hoch über einem Kessel mit einem Meeresfjord, umringt von 700 Meter hohen Bergen macht Saksunarvatn geradezu legendär. Oberhalb der Lachssee und ein paar Hundert Meter tiefer gelegen die Bucht mit dem malerischen Fjord. Bei Ebbe trocknet ein Teil aus, so dass man durch einen Canyon bis zum offenen Meer zu einer der schönsten Stellen für den Fang von Meerforellen laufen kann. Im Sommer und Herbst sammeln sich hier in der Bucht im Restsee, im Übergang von Ebbe und Flut die Fische und warten auf den Aufstieg. Eine wunderbare Herausforderung für den guten Angler. Doch ein Wort der Warnung: Diese Augenblicke weilen oft nur kurz. Hüten Sie sich davor, nicht rechtzeitig zurück oder gar im Dunklen unaufmerksam zu sein. Ein Angler und Vater von drei Kindern ist von dieser Stelle nicht mehr zurückgekehrt.

Freiheit

Unerschütterlich im Glauben an umsichtiges Verhalten seitens aller Angler benötigt man auf den Färöer für die meisten Seen, in denen man Bachforellen antrifft, keine Angelerlaubnis. Ebenso ist die Stora bei Hvalvik einer der wenigen Orte, an dem man lizenzfrei schon mal einen Lachs während der Saison fangen kann, obendrein einer der seltenen Lachsflüsse, eine Rarität also. Die einzigen Stellen der Färöer, für die ein Angelkarte benötigt wird, sind die beiden Lachsseen Leynarvatn mit seinem Zufluß Mjáuvøtnini und der spektakulär gelegene, romantische Saksunarvatn. Bei allen anderen Gewässern, die sich zum Teil in Privatbesitz befinden, möchte ich dringend empfehlen, Catch&Release zu praktizieren. Nebenbei: es mag manch einen ausländischen Angler verwundern, dass diese Praktik im Kodex der Färinger noch keinen festen Platz gefunden hat – die Erklärung ist denkbar einfach. 98% des Bruttoninlandsproduktes der Färöer speist sich über Fisch. Ohne Fisch gäbe es heute keine Wirtschaft – und früher hätte es ohne Fisch überhaupt kein Leben gegeben. Insofern besteht ein gänzlich anderes Verhältnis zu diesem Tier. Nicht respektloser. Nur einfach dem Alltag zugehöriger. Obwohl man den Färingern zugestehen muss, dass bei den jüngeren Fliegenfischern bereits eine Tendenz zum Catch&Release zu beobachten ist.

Aufmerksamkeit

Als ich im Glitnir sitze, bin ich gerade vom Leynarvatn zurückgekehrt, einem der beiden Seen, in denen man auf den Färöer auf Lachs angelt. Er liegt ca. 30 km von der kleinen Hauptstadt Torshavn entfernt, wo ich mich auch in einem kleinen Sommerhäuschen eingemietet habe. Leynarvatn darf man gut und gerne als den Hot Spot für Lachs bezeichnen, und da er sich praktisch vor den Toren Torshavns befindet, sind dort auch die meisten Angler präsent. Wer es gesellig mag, sich gerne mit Einheimischen über das Thema Lachs austauscht und viele Tipps bekomme möchte, ist dort gut aufgehoben.
In der Hochsaison ab Mitte August bis Ende September, trifft man täglich bis zu 30 Angler an. Den Rest des Jahres jedoch genießt man völlige Zurückgezogenheit. Das Angeln mit der Fliege ist die Regel, die Ausnahme bilden Spinnangler. Oder ganz unerschrockene Vertreter, die unbeirrbar mit leuchtend rotem Schwimmer und Shrimps fischen, die man ein wenig augenzwinkernd ihrem Glück überlassen darf. Denn ohne Zweifel ist Leynarvatn das gehegte Lieblingskind des färingischen Angelsportvereines, der etwa 320 Mitglieder zählt. Jedes Jahr wird der See mit Jungfischen besetzt und sehr aufwändig hat man eine Fischtreppe vom Aufstieg an der Küste bis hinauf zum See errichtet. Die Aufsteiger lassen sich schön beobachten und photographieren und sinnvollerweise herrscht in diesem Bereich immer Angelverbot. Es ist zu empfehlen, sich bereits bei Sonnenaufgang am See einzufinden. Oft herrscht eine geradezu verwunschene Stimmung mit sich allmählich lichtenden Nebelschwaden, und auch die Kontakte mit den Lachsen sind häufiger und aufgeschlossener. Auf jeden Fall aber genießt man herrliche Ruhe.

Jogvan im Glitnir dagegen kommt gerade erst in Fahrt und beginnt, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen – wenngleich nicht in epischer Breite, denn inzwischen weiß er um mein Interesse am Thema Fisch. „Meine Mutter ist vor drei Monaten gestorben. Hier auf den Färöer hatten wir nichts, wissen Sie? Wir mussten uns von Wal ernähren – eigentlich hat uns immer nur das Meer ernährt. Wir haben nichts anderes als Fisch!“ In diesem Moment fällt mir auf, dass die Färinger und die Deutschen offensichtlich eine zweifelhafte Gemeinsamkeit teilen: Beide sind es gewohnt, bei einem Gespräch mit einem Besucher seines Landes auf einen ganz bestimmten Aspekt – und stets den gleichen – angesprochen zu werden. Die färingische Geschichte ist wie die deutsche eine entbehrungsreiche. Mit dem Unterschied, dass Färinger von einer gewissen Grundzufriedenheit, zumindest aber von einem Stolz gegenüber ihrem Land geprägt sind. Zu Recht.

Und schließlich: der Zauber der Seen selbst – etwas für Könner

Dem nordischen Zauber vermag sich auf den Färöer mit seinen Bergen und Gewässern keiner zu entziehen. Sicherlich ist das Fliegenfischen auf Lachs in Seen für viele Angler nicht erste Wahl. Ich gebe zu, ich genieße es zwischendurch ebenfalls, die Fliege dem Fisch mit dem Strom zu präsentieren. Und doch habe ich die Besonderheit des „stillen“ Wassers sehr zu schätzen gelernt. Blickkontakt zum Fisch stellt sich verhältnismäßig häufig ein, was es ermöglicht, ihn direkt anzuwerfen. Meist ziehen ganze Schwärme von Tieren ihre Kreise rund um den See und so kann es vorkommen, dass bis zu drei Angler gleichzeitig einen Fisch haken und zu landen versuchen. Dadurch, dass der Angelsportverein in den färingischen Lachsgewässern jedoch eine Angelpause für Sonntag und täglich von 13:00 bis 14:00 Uhr eingeführt hat, hat man den Angeldruck ein wenig entschärft und die besten Plätze können so in einer Art Rotation neu besetzt werden. Ellbogenprinzip hilft, nebenbei gesagt, allerdings auch. In den kristallklaren und sauerstoffreichen Gewässern gibt es Bereiche mit einer herrlichen Unterwasserwelt. Je nach Windrichtung kann man den richtigen Standort zum Werfen auswählen und braucht sich auf den baumlosen Färöern nicht um „Hänger“ zu sorgen. Der Umstand, dass der Fisch im Stillwater besonders scheu und aufmerksam ist, erfordert einen gekonnten und bisweilen weiten Wurfstil. Selten hakt der Anfänger einen Fisch und die Fangzahlen der guten Caster sind überproportional. Die Statistik im Fluss sieht mit Sicherheit anders aus. Seen sind etwas für Könner. Mit sehr langen und möglichst feinen Vorfächern lässt sich die Fliege dem Fisch unauffällig präsentieren, Vorfachlängen von 2facher Rutenlänge bei 10 Fuß Ruten sind die Norm bei einer Vorfachstärke zwischen 22 und 28 mm. Und die nordatlantische Brise trägt das feine Vorfach. Immer wird mit Einhandruten gefischt. Doppelhandruten oder gar Schussköpfe sind hier wohl nicht feinsinnig genug. In der Regel fischt der Färinger mit einer WF Schwimmschnur und einer 7er Schnurklaase. Seit kurzem sieht man auch mehr grazile Tubeflies im Gebrauch. Aber als sehr fängige Fliegen haben sich je nach Bedingung die Teal Blue & Silver, oder die Hairy Mary bewährt. Ich selbst benutze gerne Shrimp Flies und habe mit diesen all meine färingischen Lachse gefangen.

Auch Jogvan ist noch beim Thema Fisch. „Mein Bruder und ich hatten Restur fish und Grind zum Abendessen“, also halbvergorenen Hering und Grindwalfett, „Das war so gut!“ Wenn es denn mit der deutschen Geschichte auch so einfach wäre, und wir unsere Kultur über ein so interessantes Tier wie den Fisch definieren könnten. Doch das bleibt Paradiesen vorbehalten.

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