Salmon Fishing on the Faroe Islands
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Fly Fishing with Mauritia

Lachs Angeln auf den Färöer Inseln
Und nur ein passionierter Fischer weiß, was das bedeutet: Einklang zwischen Tier und Natur, Kommunikation zwischen Mensch und Land, Verständnis von Kultur und Historie.

Vor über 20 Jahren sind die Färöer die zweite Heimat von Mauritia geworden, seither gilt sie als Pionierin des respektvollen Angeltourismus vor Ort und als erster Ansprechpartner für interessierte Reisende.
Presse und Medienvertreter steht sie als kompetenter Begleiter zur Seite.

Atlantic Salmon Fishing on the Faroe Islands

Article published in the fly fishing magazine "Der Fliegenfischer".
Written by Mauritia Kirchner

Artikel erschienen im Fliegenfischer Magazin "Der Fliegenfischer".
Verfasst von Mauritia Kirchner

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Eine ganz ausführliche Beschreibung der Angelmöglichkeiten auf den Färöer Inseln bekommen Sie durch den

Reiseführer für Sportfischer

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Beschreibung und Bezugsadressen finden Sie auf dieser Seite.

Die Einladung zum Salmon Dinner des North Atlantik Salmon Funds (NASF) führte mich nach London, in die ruhmreichen Hallen des Museum of Science. Dort wurde ich durch gemeinsame Freunde aus Norwegen mit Hans Andreas und seiner Frau von den Färöer Inseln bekannt gemacht. Hans, ein dynamischer nordischer Typ mit forschen Augen, war von Orri Vígfusson als Repräsentant der Färingischen  Reeder eingeladen werden. Mit deren freundschaftlichen Unterstützung hatte Orri Fangquoten für atlantischen Lachs bei den Färöer-Inseln aufkaufen können.
Hans Andreas Frage "Schon mal im Nordatlantik gefischt, etwa auf Island?" mußte ich leider verneinen. Daraufhin erläuterte er mir, das die Färöer Inseln ebenso stark von der Fischerei geprägt seien und seine Frau fügte an, daß  es dort hervorragende Möglichkeiten fürs Fliegenfischen aus Lachs und Forelle gäbe. Jeder passionierte Angler sei herzlich willkommen. Als beste Reisezeit empfahlen mir die beiden den August und September. Seit dieser Begegnung beschäftigte mich der Gedanke an eine Reise auf die Färöer immer wieder. In mir was ein Wunsch geboren …

Anreise

Unter den Anreisemöglichkeiten wählte ich 2005 die Fähre von Hansholm in Dänemark nach Thorshavn auf den Färöern. Das ist zwar die wesentlich zeitaufwändigere Variante doch die 32stündigen Überfahrt auf einer erst zwei Jahre alten Luxusfähre war herrlich und zudem erheblich billiger als die Flüge.
Mein erster Eindruck von den Färöern bestätigte meine Vorstellungen: imposante, grüne bewachsene Berghänge, vielfach strukturiert durch Sturzbäche. Tórshavn, die kleinste Hauptstadt der westliche Welt, ist ein bunter, sauberer Ort, geprägt vom Hafen mit unzähligen Fischerboten und einem attraktiven mittelalterlichen Ortskern.
Die Färinger haben eine angenehmen innere Ruhe und zugleich eine aufgeschlossene Fröhlichkeit. Dies erlebte ich schon am Fremdenverkehrsamt direkt am Hafen. Mit Unterstützung von Hildur Durhuus und der Reiseorganisation Green Gate fand ich in einem historischen Bootshaus mit Grassondendach für die folgenden 17 Tage Logis. Und von Hans Andreas erhielt ich als typisch färingisches Begrüßungsgeschenk eine Riesenportion tiefgekühlten Rotbarsch. Sein Schiff was eben mit 100 t Fisch von den Fanggründen vor Grönland zurückgekehrt. 
Die Inseln sind klein, gut zu befahren und einander mit Fähren verbunden. Kein Punkt ist weiter als fünf Autominuten vom Meer entfernt. So wundert es auch nicht, daß man praktisch überall angeln kann, ob in den Flüssen, den Süßwasserseen, in den Fjorden, an den Molen oder auf dem Meer.

Auf Lachs und Meerforelle

Mein Hintergedanke bei dieser Reise war, neue und bezahlbare Reviere fürs Lachsfischen zu entdecken.  Da erwartete ich mir natürlich keine Fischerei, wie sie sich nur Wohlbetuchte auf Island, in Rußland oder an norwegischen Prime-Gewässeren leisten gönnen. 
Und siehe da! Es gibt auf den Färöern vielfältige und denkbar preiswerte Möglichkeiten auf Lachs und Meerforelle und in den Bergseen auf große Bachforellen. 
Die Fliegenfischerei auf Lachs konzentriert sich im wesentlichen auf die Seen des Leynarvatn und Saksunarvatn. In guten Jahren werden im Saksunarvatn im Jahr durchschnittlich bis zu 200 und im Leynarvatn bis zu 400 Lachse und Meerforellen gefangen, etwas im Verhältnis von 80% Lachsen zu 20% Meerforellen. Nur für diese beiden Seen auf der Hauptinsel Streymoy braucht man Lizenzen. Die Tageskarte kostet 350 DKK.
Am relativ kleinen Saksunarvatn habe ich am meisten gefischt. Mehrere Zuläufe und Wasserfälle von den Berghängen speisen diesen See und beim malerischen Ort Saksun mündet sein Auslauf in einen pittoresken Fjord ins Salzwasser. Auch dort fischt man aussichtsreich auf Lachs und Meerforelle.
Aber Vorsicht! Die Gewalt des Meeres wird mit unter sogar von Einheimischen verkannt. Vor ein paar Jahren ertrank hier ein dreifacher Familienvater beim Meerforellenfischen, als er die hereinkommende Flut unterschätzte und um Sand steckenblieb.
Überraschend, daß es auf den Färöern nur sehr wenige Flußpartien gibt, in denen Lachse und Meerforellen erfolgreich laichen können. Die Bäche sind als Laichgewässer zu klein. Die Fische müssen also in die Seen aufsteigen und dann in den Randzonen der Einläufe ablaichen.
Auch eine durchgehende Fischerei in den Flüssen ist kaum möglich, da sie kein konstantes Wasser führen. Bei den vielen starken Regenfällen schwellen sie heftig an, werden dann jedoch schon nach einem halben Tag wieder zu steinigen Rinnsalen. Immerhin sollen, z.B bei den Mündungen der Flüsse Stora oder Dala, einige Buchten durchwegs gute Fischerei auf Meerforelle und Lachs ermöglichen.
Doch auch in den vielen Fjorden und an Einmündungen von Wasserläufen kann man sein Glück versuchen. Nur braucht man sich dort nicht zu wunderen wenn ein gehakter Lachs auf einmal übermächtige Kraft entfaltet - wenn ihm eine Robbe gepackt hat.
Ab Mitte August steigen nach großen Regenschüben Lachse und prächtige Meerforellen in die genannten Seen auf und drehen dort ihre Runden, bis sie laichreif sind. Dabei kann man sie mit bloßem Augen in Gruppen von 15 bis 20 Tieren ziehen sehen - ein außergewöhnliches Naturerlebnis, wenn diese Fische mit ihren mächtigen Rücken in schöner Regelmäßigkeit durch die Wasseroberfläche wogen.

Das Angeln

Bei solch kleinen Seen, den ca. 300 Mitgliedern des färingischen Sportfischereivereins und deren Begeisterung fürs Lachsangeln werden nun die besten Angelplätze so stark frequentiert, daß sie kaum zusätzliche Angler verkraften. Von Mitte August bis Ende September lassen die Färinger ihrer Anglerseele freien Lauf. Da macht man in einem Sommerhaus in der Nähe seiner Lieblingsstellen Fliegenfischer Urlaub.  
Der Respekt, mit dem man Lachsen und Meerforellen begegnet, ist groß, ja irgendwie huldvoll.  So erlebte ich jedenfalls Jens Christian Carlsson. Er ist ein hervorragender Fliegenfischer und kennt den Saksunarvatn schon von Kindheit an. Sein Großvater war sein Lehrmeister.
Zunächst verschafft er sich einen Überblick, wo die Fische gerade im See kreisen. Er fischt nämlich ausschließlich auf Sicht. Und nur mit Mustern, die er selbst im Wasser gut ausmachen kann.
Dann wirft er eine Schule oder auch einen Einzelgänger an und beobachtet, ob die Fliege ignoriert wird … Dank seines werferischen Könnens und seines Gespürs für die richtigen Service-Taktiken geht er selten mit weniger als zwei Lachsen nach Hause. Auch wenn andere blank von dannen ziehen.
Als ungeschriebenes Gesetz gilt auf den Färöern, daß "foul", d.h. nicht im Maul gehackte Fische zurückgesetzt werden. Unfaßbar deshalb am Tag meiner Ankunft für alle Färinger das Verhalten eines auswärtigen Anglers, der eine Meerforelle gerissen, gelandet und getötet hatte. Mit ca 9 kg war sie die bisher schwerste auf den Färöern.
Es gibt auf den Färöer weder ein Catch&Relaese Gebot und das Schonmaß für Lachs und Meerforelle beträgt 30 cm. Deshalb möchte ich schon heute an alle künftigen Färöer Besucher appellieren, Fairness und Rücksichtnahme zu beweisen.
Höchst sympathisch an den Färingern ist, wie aufgeschlossen und bereitwillig sie korrekte Gastangler aufnehmen. Deren Zahl ist allerdings immer noch verschwindend gering. Aus Deutschland kommen jedenfalls, soweit ich dies überblicke nur zwei ostfriesische Brüder. Doch sie fischen hier schon seit zwanzig Jahren auf Lachs und genießen auf den Färöer geradezu einen Ikonen Status. Bewußt ließen sie in Deutschland nichts über die paradiesischen Angelmöglichkeiten hier verlauten und mein Besuch bereitet ihnen wohl eher gemischte Gefühle.

Färingische Besonderheiten

Die offenbar besten Bedingungen zum Fischen sind Wetterlagen mit wechselnder Bewölkung und starken Winden. Das Wetter wechselt auf den Inseln sehr rasch und häufig. Wird man am Morgen noch von heftigem Wind gebeutelt, kann man schon nachmittags wieder an spiegelglattem Wasser stehen.
Das Fliegenfischen ist die beliebteste Methode. Nur noch ältere Männern, Kinder und Unverbesserliche greifen zu anderem Gerät.
Auf Lachs und Meerforelle verlassen sich die Färinger ausschließlich auf Einhandruten um 10 Fuß und die Schnurklasse 7. Ihre Vorfächer haben mindestens die doppelte Rutenlänge und Vorfachspitzen wählen sie nicht stärker als 24 - 28 mm.
Diese extrem langen Vorfächer haben folgende Grund: die Fische ziehen in den Seen oft in Ufernähe und sind so scheu, daß ihre Schulen fluchtartig auseinanderstoben, wenn man sie überwirft. Mit einem langen Vorfach nähert man sich ihnen vorsichtiger und eleganter, vor allem, wenn man den färingischen Wind beim Platzieren der Fliege nutzen kann.
Wichtig ist auch genügend Backing. In den Seen können die Fische zwar keine Strömung nutzen, doch dafür haben sie unbegrenzten Fluchtraum.
Als Liebhaberin englischer Fliegen habe ich mich gefreut, daß man hier vor allem klassische Muster benutzt. Beliebt sind Hairy Mary für dunkle Lichtverhältnisse, sowie Teal&Blue auf Singlehooks Gr 8 bis 10. Ja, manche Angler benutzen ihr leben lang nur diese beiden Muster oder gar ausschließlich die Teal&Blue.
Da gelangt man zu dem Schluß , daß letztendlich nicht die Fliege entscheidend ist, sondern die Präsentation und natürlich das nötige Quentchen Glück. Aber warum, ob und wann ein Lachs überhaupt die Fliege nimmt, wird wohl immer im Verborgenen bleiben.
Obwohl auch hier oft von entkommenden Zuchtlachsen die Rede ist, sind die Lachse der Färöer fast ausschließlich gezogene Wildfische. Entkommende Zuchtlachse ziehen meist planlos in den Fjorden umher und schließen sich nur vereinzelt den Wildlachsen an.
Seit den frühen 60er Jahren ist der Färingische Sportangelverein um den Lachsbestand der Inseln bemüht. Ursprünglich wurden Isländische Fische zur Bestandstärkung herangezogen. Heute wird starken Elternfischen Laich entnommen und die Brütlinge werden dann in den Bächen und Seen ausgesetzt. Inzwischen haben die färingischen Lachse den Bestand an Meerforellen in den beiden Seen überholt.

Forellenfischerei

Bei meinem Aufenthalt habe ich mich hauptsächlich dem Lachsangeln gewidmet. Doch liegt wohl der eigentliche Reichtum der Färöer in ihren traumhaften Forellenseen und dem Bestand an Meerforellen an den Küsten. Fast alles ist leicht mit dem Auto zu erreichen. Und sind es nicht gerade jene funkelnden, versteckt liegenden Berggewässer, die auf uns den größten Reiz ausüben?
Es gibt unzählige kleinere, kristallklare Seen in grandioser Natur mit reichem, natürlichen Forellen Populationen. Und die großen Exemplare um 40 cm sind kampfstark wie Lachse. Sofern die Gewässer Verbindung zum Meer haben - wie z.B: der Sandsvatn auf der Insel Sandoy - kann man dort außerdem mit Lachs und Meerforelle rechnen. Trotz solch toller Möglichkeiten sind die Färinger nicht sehr interessiert am Forellenfischen. Manch ein Forellensee hat so gut wie noch nie eine künstliche Fliege gesehen. Doch muß ich hier zu absolut respektvollem Umganag in Bezug auf Nachhaltigkeit appellieren (siehe Artikel Bachforelle).
Zusammen mit Johan Svensson, dem ehemaligen Vorsitzenden des Färingischem Angelsportvreiens, besuchte ich die Insel Sandoy. Es war ein typisch färingischer Angeltag. Wir hatten Sandwiches und Bier dabei und während wir ungünstige Wetterphasen absaßen, lauschte ich Johans Berichten über tolle Fangtage. All diese machten mich noch neugieriger und ich werde wiederkommen, um rund um die Bachforelle Erlebnisse zu sammeln.

Bezaubert von den Färöer Inseln

Natürlich darf bei einer Angelreise auf die Färöer ein Ausflug auf einem kleinen Fischkutter nicht fehlen. Dabei kann man die Inseln mit ihren schroffen Berghängen, Wasserfällen und Klippen vom Meer aus betrachten. Abertausende von Seevögeln auf Ihren Nistplätzen beobachten und die färingische Natur in Muße auf sich wirken lassen.
Die Färöer sind ein Kleinod. Ihre einzigartigen Landschaften, ihre offenen, herzlichen Menschen und die kameradschaftliche Art, mit der die Färinger Gastangler aufnehmen und teilhaben lassen, haben mich gefangen genommen.

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